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Balkonkraftwerk

Hoymiles-Wechselrichter im Überblick

Die Serien HM und HMS unterscheiden sich vor allem in Funktechnik und Zahl der Moduleingänge. Die Zahl der Eingänge ist die Angabe, die den Ertrag bewegt.

Für ein Balkonkraftwerk mit zwei Modulen ist die Auswahl bei Hoymiles kurz: ein Gerät mit 800 Voltampere Ausgangsleistung und zwei getrennten Moduleingängen, also HMS-800-2T, HMS-800W-2T oder das neuere HMS-800-2WB. Alles darunter verschenkt Einspeiseleistung, alles darüber muss für den Betrieb in Deutschland ohnehin auf 800 Voltampere begrenzt werden. Diese Seite ist kein Testbericht. Sie ordnet die Datenblattangaben der Serien ein und sagt, welche Bauform zu welcher Modulkonstellation passt.

Was der Modellname sagt

Die Bezeichnungen sind lesbar, wenn man die vier Bausteine kennt.

  • Serie. MI ist die älteste Reihe, HM die darauf folgende, HMS die aktuelle einphasige Baureihe, HMT die dreiphasige Variante für größere Dachanlagen.
  • Zahl. Die Ziffer ist die Nennausgangsleistung in Voltampere. HMS-800 sind 800 Voltampere.
  • Suffix -2T oder -4T. Die Zahl der Moduleingänge, also zwei oder vier. Jeder Eingang hat laut Datenblatt einen eigenen MPP-Tracker.
  • W oder WB. Ein W steht für ein eingebautes WLAN-Modul, WB zusätzlich für Bluetooth. Ohne diesen Buchstaben braucht das Gerät eine DTU als Funkbrücke.

Der Unterschied zwischen HM und HMS steckt vor allem im Funk. Die HM-Geräte funken auf 2,4 Gigahertz, die HMS-Serie auf Sub-1G, also unterhalb von einem Gigahertz. Niedrige Frequenzen kommen besser durch Wände und Decken, das ist der praktische Grund für den Wechsel. Für den Stromertrag ist die Funktechnik ohne Bedeutung, für die Frage, welche DTU passt, ist sie entscheidend.

Die Modelle im Vergleich

Erst die Einordnung nach Leistung und Kommunikation. Für Deutschland relevant sind die 800-Voltampere-Zeilen; die Viermodul-Geräte darunter dürfen hier nur betrieben werden, wenn die Ausgangsleistung auf 800 Voltampere begrenzt ist. Das ist per Software möglich, kostet aber Geld für Leistung, die nie ankommt. Warum die Grenze am Wechselrichter hängt und nicht an den Modulen, steht unter Wechselrichter und Technik.

Modell Ausgangsleistung Moduleingänge Kommunikation
HM-600 600 VA 2 2,4 GHz, DTU nötig
HM-800 800 VA 2 2,4 GHz, DTU nötig
HMS-800-2T 800 VA 2 Sub-1G, DTU nötig
HMS-800W-2T 800 VA 2 WLAN integriert
HMS-800-2WB 800 VA 2 WLAN und Bluetooth integriert
HMS-1600-4T 1.600 VA 4 Sub-1G, DTU nötig
HMS-2000-4T 2.000 VA 4 Sub-1G, DTU nötig

Die harten elektrischen Grenzen je Eingang sind die zweite Tabelle wert, weil sie beim Zusammenstellen wirklich zählen. Die Werte stammen aus den Datenblattangaben, wie Händler sie im August 2026 führen.

Modell max. Eingangsspannung max. Eingangsstrom je Eingang übliche Modulleistung je Eingang Spitzenwirkungsgrad
HM-800 60 V 11,5 A 320 bis 540+ W 96,7 %
HMS-800W-2T 65 V 14 A 320 bis 540+ W 96,7 %
HMS-800-2WB 65 V 14 A 320 bis 540+ W 96,7 %

Für den HMS-800-2T ohne WLAN kursieren je nach Datenblattrevision 60 oder 65 Volt und 12,5 oder 14 Ampere. Das ist kein Detail für Erbsenzähler: Die Leerlaufspannung eines Moduls steigt bei Kälte, ein Modul mit 49 Volt Leerlaufspannung liegt im Sommer bequem unter 60 Volt und kann an einem Frostmorgen darüber liegen. Lass dir deshalb das Datenblatt zum konkret angebotenen Gerät geben und rechne die Leerlaufspannung deiner Module dagegen.

Zwei oder vier Moduleingänge: die wichtigste Frage

Jeder Eingang hat einen eigenen MPP-Tracker, regelt sein Modul also eigenständig. Was passiert, wenn ein Modul verschattet wird, hängt deshalb davon ab, wie viele Module sich einen Ausgang teilen und wie weit dieser Ausgang von seiner Kappungsgrenze entfernt ist.

Ein Rechenbeispiel mit offengelegten Annahmen, alle Werte sind gesetzt und nicht gemessen. Klarer Sommertag, mittags, jedes Modul liefert real 350 Watt statt seiner 450 Watt-Peak Nennleistung, weil es warm ist und die Einstrahlung nicht dem Laborwert entspricht. Ein Modul fällt durch den Schatten eines Nachbarhauses auf 80 Watt.

  • Zwei Module an einem 800-Voltampere-Gerät. Ohne Schatten 2 × 350 = 700 Watt, also unterhalb der Kappung. Mit Schatten 350 + 80 = 430 Watt. Verlust: 270 Watt oder rund 39 Prozent.
  • Vier Module an einem auf 800 Voltampere gedrosselten Gerät. Ohne Schatten 4 × 350 = 1.400 Watt am Eingang, am Ausgang gekappt auf 800 Watt. Mit Schatten 1.130 Watt am Eingang, am Ausgang weiterhin 800 Watt. Verlust: null.

Die Kappung wirkt hier wie ein Puffer. Sie wirkt aber nur in den Stunden, in denen sie greift. Derselbe Schatten um acht Uhr morgens, jedes Modul bei 90 Watt: vier Module liefern 360 Watt, mit einem verschatteten Modul auf 20 Watt noch 290 Watt. Das sind rund 19 Prozent Verlust, und daran ändert die Kappung nichts.

Daraus folgen zwei Regeln. Erstens: Zwei Module gehören an zwei Eingänge, nie über einen Y-Verteiler auf einen. Sobald sich zwei Module einen MPP-Tracker teilen, zieht das schwächere das stärkere mit nach unten. Zweitens: Ein Viermodul-Gerät ist an einem verschatteten Standort die robustere Bauform, es kostet aber mehr und braucht eine DTU. Wie sich die Modulfläche in Kilowattstunden übersetzt, steht unter Ertrag berechnen.

DTU, Funk und OpenDTU

Die DTU ist eine Funkbrücke. Sie sammelt die Daten der Wechselrichter und schickt sie per WLAN, Ethernet oder Mobilfunk in die Hersteller-Cloud. Für die Stromerzeugung ist sie ohne Funktion: Ein Wechselrichter ohne DTU speist ein, er zeigt nur nichts an. Gebraucht wird sie für Ertragsdaten je Modul und für Einstellungen wie die Leistungsbegrenzung.

Die Zuordnung läuft über den Funk: Varianten mit S im Namen sprechen Sub-1G und passen zu HMS und HMT, Varianten ohne S sprechen 2,4 Gigahertz und passen zu HM und MI. Preise für die einfachen DTU-Modelle bewegen sich, prüfe sie beim Händler statt sie aus einem Ratgeber zu übernehmen.

OpenDTU als Alternative

OpenDTU ist ein freies Projekt, das einen kleinen Mikrocontroller mit einem Funkmodul an die Stelle der Hersteller-DTU setzt und die Daten lokal bereitstellt. Die Projektdokumentation nennt für die HM-Serie ein NRF24L01+ und für HMS und HMT ein CMT2300A. Wichtig für die Kaufentscheidung: Geräte mit integriertem WLAN, erkennbar am W im Namen, werden laut Projekt ausdrücklich nicht unterstützt. Wer lokal auslesen und automatisieren will, greift also eher zum HMS-800-2T ohne WLAN als zum bequemeren W-Modell.

Norm, Konformitätserklärung und Garantie

Der Netz- und Anlagenschutz trennt das Gerät vom Netz, sobald Spannung oder Frequenz aus dem Rahmen fallen oder das Netz ausfällt. Nachgewiesen wird er über die Konformitätserklärung des Herstellers und das Einheitenzertifikat. Zwei Dokumente sind dabei im Moment in Bewegung: Die Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 liegt seit März 2026 in einer neuen Fassung vor, die die Laienanmeldung bis 800 Voltampere abdeckt statt wie bisher bis 600 Watt. Und seit Dezember 2025 gibt es die Vornorm DIN VDE V 0126-95, die den Anschluss an eine gewöhnliche Schuko-Steckdose abdeckt, solange die Wechselrichterleistung auf 800 Watt und die Modulleistung auf 960 Watt-Peak begrenzt bleibt. Dass die getrennte Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt, geht dagegen nicht auf den VDE zurück, sondern auf das Solarpaket I vom Mai 2024; die Registrierung im Marktstammdatenregister bleibt in jedem Fall.

Ein Gerät ohne diese Papiere ist ein Problem: Der Netzbetreiber kann den Nachweis verlangen, und im Schadensfall steht der Betreiber ohne Beleg da, dass die Anlage normgerecht war. Bei Importgeräten von Fernost-Marktplätzen ist das der häufigste Mangel. Lass dir beim Kauf die aktuelle Konformitätserklärung zum konkreten Modell geben, nicht nur das Datenblatt. Was sonst noch an Formalitäten anfällt, steht unter Anmeldung und Recht.

Bei der Garantie ist die belegbare Zahl 12 Jahre auf den Mikrowechselrichter. Die häufig beworbenen 25 Jahre sind kein Standard, sondern eine kostenpflichtige Verlängerung um 156 Monate, die innerhalb von 36 Monaten nach Inbetriebnahme erworben werden muss. Ob und unter welchen Bedingungen sie für ein selbst gestecktes Balkonkraftwerk greift, steht in den Garantiebedingungen des Herstellers, und die solltest du vor dem Kauf lesen statt der Zahl auf der Verpackung zu glauben. Davon unberührt bleibt die gesetzliche Gewährleistung gegenüber dem Händler.

Die ehrliche Einordnung

Hoymiles ist der am weitesten verbreitete Mikrowechselrichter in deutschen Balkonkraftwerken und steckt in einem großen Teil der Komplettsets. Das ist ein Argument für Ersatzteile, Zubehör und Foren, kein technischer Vorsprung. APsystems, Deye und TSUN bieten ebenfalls 800-Voltampere-Mikrowechselrichter mit zwei MPP-Trackern an, und die Datenblätter liegen dicht beieinander. Wer eine Serie bevorzugt, entscheidet über App, Anschlusskabel und Preis, nicht über den Ertrag.

Die Händlerpreise für ein 800-Voltampere-Gerät lagen im August 2026 grob zwischen 105 und 180 Euro, je nach Modell und Shop, mit deutlichen Aufschlägen für die Varianten mit Direktanschluss. Das ist ein Fünftel bis ein Viertel eines Komplettsets. Der Rest der Anlage entscheidet über das Ergebnis: Ausrichtung, Neigung und Verschattung bewegen den Jahresertrag um Faktoren, der Wechselrichter um wenige Prozent. Wenn eine Anlage schlecht läuft, liegt es fast nie am Fabrikat, sondern am Baum vor dem Balkon. Worauf beim Set als Ganzem zu achten ist, steht unter Komplettset kaufen.

Datenblattwerte, Preise und Normstände ändern sich schnell. Was hier steht, ist Stand August 2026 nach den Datenblattangaben der Serien HM und HMS, den Händlerangaben zur Garantie und der OpenDTU-Projektdokumentation; verbindlich sind die Unterlagen zum konkret gekauften Gerät.

Häufige Fragen

Welcher Hoymiles-Wechselrichter passt zu zwei Solarmodulen?

Ein Gerät mit 800 Voltampere Ausgangsleistung und zwei Moduleingängen. Bei Hoymiles sind das HMS-800-2T, HMS-800W-2T und HMS-800-2WB. Alle drei haben zwei MPP-Tracker mit je einem Eingang, sind laut Datenblatt für Module von 320 bis über 540 Watt ausgelegt und liegen beim Spitzenwirkungsgrad bei 96,7 Prozent. Der Unterschied liegt in der Kommunikation, nicht in der Leistungselektronik.

Was ist der Unterschied zwischen HMS-800-2T und HMS-800W-2T?

Das W steht für ein integriertes WLAN-Modul. Der HMS-800W-2T verbindet sich direkt mit dem 2,4-Gigahertz-Heimnetz und der Hersteller-App, der HMS-800-2T funkt nur per Sub-1G und braucht dafür eine DTU als Brücke. Elektrisch sind beide 800-Voltampere-Geräte mit zwei Eingängen. Wer kein Monitoring will, kann auch das Gerät ohne WLAN einfach ohne DTU betreiben.

Brauche ich eine DTU für mein Balkonkraftwerk?

Nur, wenn du Ertragsdaten sehen oder Einstellungen ändern willst und dein Wechselrichter kein eigenes WLAN hat. Für die Stromerzeugung ist die DTU ohne Funktion, der Wechselrichter speist auch ohne sie ein. Achte auf die Funktechnik: Varianten mit S im Namen sprechen Sub-1G und passen zu HMS und HMT, Varianten ohne S sprechen 2,4 Gigahertz und passen zu HM.

Wie lange gilt die Garantie auf Hoymiles-Wechselrichter?

Händler und Hersteller nennen 12 Jahre Garantie auf den Mikrowechselrichter (Stand August 2026). Die viel beworbene Verlängerung auf 25 Jahre ist kein Häkchen bei der Registrierung, sondern eine kostenpflichtige Zusatzleistung über 156 Monate, die innerhalb von 36 Monaten nach Inbetriebnahme erworben werden muss. Unabhängig davon gilt die gesetzliche Gewährleistung gegenüber dem Händler.

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