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Balkonkraftwerk

Zendure SolarFlow – Technik und Rechnung

SolarFlow sitzt bei den klassischen Varianten zwischen Modul und Wechselrichter und regelt, was sofort ins Hausnetz geht. Die Technik ist sauber, die Rechnung bleibt knapp.

Zendure SolarFlow ist kein Balkonkraftwerk, sondern der Speicher dazwischen. Bei den klassischen Varianten hängen die Module nicht mehr direkt am Mikrowechselrichter, sondern an einem Hub mit eigenem MPPT-Regler. Der entscheidet laufend, welcher Teil der Modulleistung sofort ins Hausnetz geht und welcher in den Akku wandert. Aus dieser Bauform folgt alles Weitere: der Wirkungsgradpfad, der nötige Messpunkt, der Preis und die Frage, ob sich das Ganze innerhalb der Akkulebensdauer bezahlt macht.

Was SolarFlow technisch ist

Ein klassisches Steckersolargerät kennt nur einen Weg: Modul, Wechselrichter, Steckdose. Was der Haushalt nicht braucht, fließt ins Netz. SolarFlow schiebt einen Regler in diese Kette. Der Hub nimmt den Gleichstrom der Module auf und teilt die Leistung auf zwei Ausgänge auf, an den Wechselrichter und in die Batteriemodule. Über die Generationen ist daraus eine Familie geworden.

  • Hub 1200 und Hub 2000. Die ältere Generation reiner DC-Hubs ohne eigenen Wechselrichter. Sie setzen einen Mikrowechselrichter dahinter voraus und werden mit stapelbaren Akkumodulen der AB-Reihe kombiniert. Wie viele Module und welche Modulleistung die jeweilige Hub-Generation verträgt, steht im Datenblatt des konkreten Geräts und hat sich zwischen den Baujahren geändert.
  • Die 800er-Klasse. Hier ist der Wechselrichter eingebaut. Für den SolarFlow 800 Pro nennt Zendure 1.920 Wattstunden fest verbauten Akku, vier MPP-Tracker mit zusammen 2.640 Watt und 800 Watt bidirektionale AC-Leistung. Für die neuere Variante 800 Pro 2 nennt der Hersteller dieselben MPPT-Eingänge und zusätzlich 1.400 Watt Spitzenleistung über 200 Millisekunden. Wie weit sich die Geräte mit Zusatzakkus ausbauen lassen, gibt Zendure in der Übersicht nicht durchgehend an, das ist beim jeweiligen Modell nachzusehen.
  • Die 2400er-Klasse. SolarFlow 2400 Pro und die AC-Varianten sind keine Balkongeräte mehr, sondern kleine Hausspeicher mit 2.400 Watt AC-Leistung. Wer über 800 Watt Einspeiseleistung geht, verlässt die vereinfachte Regelung für Steckersolargeräte, siehe Anmeldung und Recht.

Für den Einsatz an einer vorhandenen Anlage ist das die entscheidende Unterscheidung: Ein Hub setzt einen Mikrowechselrichter voraus, ein All-in-one macht ihn überflüssig. Welche Wege es sonst noch gibt, steht unter Speicher nachrüsten, die Grundlagen zu Einspeisegrenze und Drosselung unter Wechselrichter und Technik.

Nulleinspeisung und der Messpunkt

Der Hub weiß von sich aus nicht, was die Wohnung gerade verbraucht. Er kennt nur die Modulleistung. Für die vielbeworbene Nulleinspeisung braucht das System deshalb eine zweite Information: den Bezug am Netzanschluss. Dafür gibt es drei übliche Wege.

Ein dreiphasiger Energiezähler im Zählerschrank misst direkt am Hausanschluss. Das ist die genaueste und die aufwendigste Lösung, weil Arbeiten am Zählerschrank in Fachhandwerkerhände gehören. Zendure bietet außerdem einen eigenen Zähler mit Stromwandlern an. Der dritte Weg ist ein Dongle an der optischen INFO-Schnittstelle des digitalen Zählers, der D0-Schnittstelle nach IEC 62056-21. Sie muss der Messstellenbetreiber freischalten, das geschieht meist per Fernzugriff und PIN.

Wie schnell nachgeregelt wird, unterscheidet sich zwischen Messweg und Gerät um einige Sekunden. Für die Jahresbilanz ist das nebensächlich, für kurze Lastspitzen wie Wasserkocher oder Herd nicht: Was in diesen Sekunden aus dem Netz kommt, spart der Speicher nicht ein.

Systemvarianten und Preise

Die folgenden Preise sind Angebotspreise aus dem Herstellershop, Stand August 2026, jeweils mit der durchgestrichenen Liste dahinter. Bei dieser Geräteklasse schwanken die Preise stark, Aktionen laufen fast dauerhaft. Für die eigene Rechnung zählt der Preis am Kauftag, nicht der hier notierte.

Variante Kapazität ab Werk Preis August 2026 Eignung
Hub 1200 / Hub 2000 plus AB-Module modular Straßenpreis, stark schwankend ältere Generation, nur mit vorhandenem Mikrowechselrichter
SolarFlow 800 Pro 1,92 kWh 599 Euro (Liste 999) Standardfall am Balkon, 800 Watt AC
SolarFlow 800 Pro 2 Herstellerangabe fehlt in der Übersicht nicht durchgehend gelistet neuere Variante, 1.400 Watt Spitze
SolarFlow 2400 Pro 2,40 kWh 1.099 Euro (Liste 1.299) Hausspeicher, über der Steckersolar-Grenze
SolarFlow 2400 AC+ 2,40 kWh 899 Euro (Liste 1.099) AC-Nachrüstung an bestehender PV-Anlage

Die kleinste sinnvolle Ausbaustufe am Balkon ist die Zeile mit 1,92 Kilowattstunden. Alles darüber steht den größten Teil des Jahres halb leer, weil der Überschuss einer 800-Watt-Anlage es nicht füllt.

Der Wirkungsgradpfad

Zwischen Modul und Steckdose liegen bei einem Speichersystem drei Wandlungen statt einer: der MPPT-Regler setzt die Modulspannung auf Batteriespannung um, die Zellen werden geladen und entladen, der Wechselrichter macht daraus 230 Volt Wechselstrom. Jede Stufe kostet Prozente.

Wichtiger als jede einzelne Zahl ist deshalb, welche Strecke eine Herstellerangabe überhaupt beschreibt. Werte über 95 Prozent beziehen sich in Datenblättern fast immer auf eine einzelne Teilstrecke bei günstiger Leistung, etwa nur auf die Entladung oder nur auf den DC-gekoppelten Ladepfad. Die belastbare Größe ist der Umlaufwirkungsgrad über alle drei Stufen, also das, was von einer eingespeicherten Kilowattstunde an der Steckdose ankommt. Diese Zahl steht selten im Prospekt und muss gemessen werden. Wir haben sie nicht gemessen und geben deshalb keine an, sondern rechnen unten mit einer offengelegten Annahme.

Zwei Effekte drücken den Wert im Alltag zusätzlich, unabhängig vom Hersteller:

  • Teillast. Ein 800-Watt-Wechselrichter arbeitet bei 200 Watt Abgabe schlechter als bei voller Last. Ein Speicher entlädt abends aber genau in diesen kleinen Leistungen, über viele Stunden.
  • Netzladen. Wer den Akku aus dem Netz füllt statt aus der Sonne, hängt eine weitere Wandlung an den Anfang der Kette. Das lohnt sich nur bei einem dynamischen Tarif mit großem Preisunterschied, siehe dynamische Tarife.

Dazu kommt der Standby, und der ist der unterschätzte Posten. Ein System, das dauerhaft 3 Watt zieht, verbraucht rund 26 Kilowattstunden im Jahr, egal ob gespeichert wird oder nicht. Notstromsteckdosen und Dauer-WLAN treiben diesen Wert nach oben. Wer die Funktionen nicht braucht, schaltet sie ab: Das ist die einzige Stellschraube an der Effizienz, die nach dem Kauf noch etwas bringt.

Was das für die Amortisation bedeutet

Ob ein Akku am Steckersolargerät überhaupt Sinn ergibt, ist mit der vollen Mengenrechnung unter Speicher fürs Balkonkraftwerk durchgerechnet. Diese Seite wiederholt das nicht, sondern setzt nur die Preise dieser Baureihe ein. Die Überschussmengen stammen aus der Tabelle dort, die Ertragsansätze aus Ertrag berechnen.

Offengelegte Annahmen, alle vier sind Setzungen und keine Messwerte: Umlaufwirkungsgrad 88 Prozent, Standby 3 Watt oder 26 Kilowattstunden im Jahr, drei Viertel des Jahresüberschusses landen tatsächlich im Akku (im Winter fällt keiner an, an Spitzentagen ist er voll), Strompreis 36 Cent je Kilowattstunde.

Position Fall A, Südbalkon senkrecht Fall B, Süd aufgeständert
Überschuss im Jahr 230 kWh 440 kWh
davon eingespeichert (75 Prozent) 173 kWh 330 kWh
nach Umlaufverlusten (88 Prozent) 152 kWh 290 kWh
abzüglich Standby 126 kWh 264 kWh
Ersparnis bei 36 Cent 45 Euro 95 Euro
Amortisation bei 599 Euro über 13 Jahre gut 6 Jahre
Amortisation bei 450 Euro knapp 10 Jahre unter 5 Jahre

Fall A ist der Normalfall in einer Mietwohnung, und er geht nicht auf. Dreizehn Jahre liegen jenseits dessen, was man von Akku und Leistungselektronik erwarten darf. Jede Reparatur kippt die Rechnung endgültig. Fall B ist die Konstellation, in der die Anschaffung trägt: aufgeständerte Südfläche, tagsüber niemand zu Hause, großer und regelmäßiger Überschuss.

Zwei Posten fehlen bewusst. Erstens die Messtechnik: Ob ein Dongle an der Zählerschnittstelle reicht oder ein Zähler in den Schrank muss, verschiebt das Ergebnis um Monate bis Jahre. Zweitens der Preisverfall, den die letzte Tabellenzeile andeutet. Beides rechnest du mit den Preisen des Kauftags am besten selbst nach.

Cloud, App und Konto

Ein Punkt, der in Datenblättern nicht auftaucht und in zehn Jahren wichtiger sein wird als jedes Prozent Wirkungsgrad: Das System wird über die Zendure-App eingerichtet, und dafür ist ein Herstellerkonto nötig. In der Standardkonfiguration läuft auch die Regelung über die Cloud des Anbieters. Fällt sie aus, fällt die Nulleinspeisung aus, und der Speicher arbeitet nur noch nach fest eingestelltem Plan.

Das ist eine echte Frage. Die Zellen sind auf zehn bis fünfzehn Jahre ausgelegt. Kein Hersteller in dieser Branche garantiert App-Pflege oder Serverbetrieb über eine solche Frist, und ein rechtlicher Anspruch darauf besteht nicht. Wer ein Gerät kauft, dessen Kernfunktion an einem fremden Server hängt, kauft eine Abhängigkeit mit.

Bei SolarFlow gibt es dafür eine dokumentierte Rückfallebene, und das ist ein Argument für die Baureihe. Zendure beschreibt im eigenen Wiki einen lokalen MQTT-Modus: Das Gerät verbindet sich entweder mit der Hersteller-Cloud oder mit einem Broker im eigenen Netz, nicht mit beiden gleichzeitig. Darauf setzen eine Home-Assistant-Anbindung und ein lokales SDK auf. Wer diesen Weg geht, behält die Regelung im eigenen Haus, verliert aber die Komfortfunktionen der App.

Zwei ehrliche Einschränkungen dazu. Der lokale Betrieb ist Bastelniveau und setzt einen laufenden Server im Haus voraus. Und was heute dokumentiert ist, kann ein Firmware-Update morgen ändern. Die Frage vor dem Kauf lautet deshalb nicht, ob es irgendwo eine Anleitung gibt, sondern ob die Schnittstelle vom Hersteller selbst dokumentiert wird. Bei dieser Baureihe ist das der Fall.

Alternativen in derselben Klasse

Am deutschen Markt konkurrieren mehrere Anbieter mit vergleichbaren Systemen, darunter Anker Solix mit der Solarbank-Reihe, Marstek mit der Venus-Reihe und EcoFlow mit den stationären Speichersystemen rund um PowerStream. Wir haben keines dieser Geräte gemessen und stellen hier keine Rangfolge auf.

Die Kriterien stehen weiter oben in diesem Text und gelten unabhängig vom Namen auf dem Gehäuse: gemessener Umlaufwirkungsgrad statt Herstellerangabe für eine Teilstrecke, Standby des Gesamtsystems, nötiger Messpunkt für die Nulleinspeisung, Preis je nutzbarer Kilowattstunde in der Ausbaustufe, die du tatsächlich kaufst, und eine dokumentierte lokale Schnittstelle. Wer diese fünf Werte für zwei Geräte nebeneinanderlegt, braucht kein Testurteil.

Häufige Fragen

Was ist Zendure SolarFlow eigentlich?

Eine Familie von Speichersystemen fürs Balkonkraftwerk. Die klassische Bauform ist DC-gekoppelt: Die Module gehen zuerst in einen Hub mit eigenem MPPT-Regler, der die Leistung zwischen Wechselrichter und Akku aufteilt. Neuere Geräte der 800er-Klasse haben den Wechselrichter gleich eingebaut, die 2400er-Klasse liegt oberhalb der Steckersolar-Grenze und ist ein kleiner Hausspeicher.

Brauche ich einen eigenen Wechselrichter dazu?

Das hängt von der Variante ab. Die reinen Hub-Geräte brauchen einen Mikrowechselrichter dahinter und sind auf die gängigen Serien am deutschen Markt ausgelegt. Die All-in-one-Geräte der 800er-Klasse bringen einen eigenen Wechselrichter mit 800 Watt AC-Leistung mit. Beim Nachrüsten an einer bestehenden Anlage wird ein vorhandener Mikrowechselrichter dadurch überflüssig.

Funktioniert SolarFlow ohne Internet und ohne Zendure-Konto?

Für Einrichtung und App-Steuerung ist ein Konto nötig. Zendure dokumentiert im eigenen Wiki aber einen lokalen MQTT-Modus: Das Gerät spricht entweder mit der Hersteller-Cloud oder mit einem Broker im eigenen Netz, nicht mit beidem. Dazu gibt es eine Home-Assistant-Anbindung und ein lokales SDK. Das ist eine echte Rückfallebene, verlangt aber Einarbeitung.

Rechnet sich der Speicher finanziell?

In der typischen Wohnung nicht. Bei rund 230 Kilowattstunden Überschuss im Jahr bleiben nach Umlaufverlusten und Standby etwa 126 Kilowattstunden netto übrig, also rund 45 Euro bei 36 Cent je Kilowattstunde. Ein Gerät für 599 Euro braucht dafür über dreizehn Jahre. Erst bei großem, regelmäßigem Überschuss sinkt die Zeit auf etwa fünf bis sechs Jahre.

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