Balkonkraftwerk
Anker Solix Solarbank fürs Balkonkraftwerk
Die Solarbank-Reihe reicht vom 1,6-Kilowattstunden-Einsteiger bis zum 5-Kilowattstunden-Hausspeicher. Entscheidend ist nicht die Kapazität, sondern der Messpunkt und der Überschuss, den es zu speichern gibt.
Anker verkauft unter der Marke Solix keinen einzelnen Balkonspeicher, sondern eine Reihe, die inzwischen vier Generationen umfasst. Für ein Steckersolargerät sind davon zwei Modelle wirklich relevant, der Rest ist Auslaufware oder überdimensioniert. Diese Seite ordnet die Modelle ein, erklärt, was die Nulleinspeisung technisch voraussetzt, und rechnet den Speicheranteil mit offengelegten Annahmen durch. Getestet haben wir nichts; jede Zahl ist entweder eine Herstellerangabe mit Datum oder als Annahme markiert.
Die Solarbank-Reihe im Überblick
Die technischen Daten und Preise unten sind Herstellerangaben aus dem deutschen Anker-Shop, abgerufen am 22. August 2026. Im Shop stehen zu diesem Zeitpunkt nur noch drei Modelle; die älteren Generationen laufen über Restposten und Preisvergleich, und für die kursieren so viele Aktionspreise, dass eine Zahl hier in wenigen Wochen falsch wäre.
| Modell | Kapazität | Wechselrichter und Ausgang | Erweiterbar auf | Preis im Anker-Shop |
|---|---|---|---|---|
| Solarbank E1600 (1. Generation) | 1,6 kWh | keiner, reiner DC-Speicher vor einem vorhandenen Mikrowechselrichter | nicht erweiterbar | nicht mehr gelistet |
| Solarbank 2 E1600 (Plus, Pro, AC) | 1,6 kWh | Wechselrichter integriert, AC-Variante hinter einem vorhandenen Gerät | über Zusatzakkus derselben Generation | nicht mehr gelistet |
| Solarbank 3 E2700 Pro | 2,68 kWh | 1.200 W bidirektional, 4 MPPT, 3.600 Wp | 16,128 kWh mit 5 Zusatzakkus | 1.299 Euro |
| Solarbank Max AC | Herstellerangabe fehlt im Shop | AC-seitig | k. A. | 2.299 Euro |
| Solarbank 4 E5000 Pro | 5 kWh | bis 5.000 Wp PV, 2.500 W netzgekoppelt | k. A. | ausverkauft, kein Preis genannt |
Zwei Dinge fallen an dieser Tabelle auf. Erstens ist der Sprung von der ersten zur zweiten Generation der eigentliche Bruch: Ab der Solarbank 2 steckt der Mikrowechselrichter im Gerät, es entfällt also ein Kasten an der Wand. Zweitens sind die Erweiterungsakkus generationsgebunden, ein Akku der zweiten Generation passt nicht an eine Solarbank 3. Wer die Erweiterbarkeit als Kaufargument mitnimmt, kauft die Verfügbarkeit eines Zubehörteils mit, die der Hersteller allein steuert; die Modelle der ersten beiden Generationen sind aus dem Herstellershop bereits verschwunden.
Die Solarbank 4 E5000 Pro gehört strenggenommen nicht mehr auf diese Seite. Ihre 5 Kilowattstunden und die vom Hersteller genannten 2.500 Watt netzgekoppelter Leistung zielen auf Häuser mit Dachanlage. An einem Steckersolargerät bleibt es bei den zulässigen 800 Voltampere, und die Kapazität wird nie gefüllt.
Damit ist auch die häufigste Fehlannahme zur Solarbank 3 Pro geklärt. Ihr Wechselrichter kann 1.200 Watt, abrufen darfst du sie als Steckersolargerät trotzdem nicht: Die Grenze von 800 Voltampere Einspeiseleistung hängt an der Betriebsart, nicht am Stecker. Eine Wieland-Dose ändert daran nichts, sie erlaubt lediglich mehr Modulleistung, wie unter Wieland-Steckdose aufgeschlüsselt. Wer die vollen 1.200 Watt will, verlässt die Steckersolar-Regelung und meldet eine reguläre Anlage an, mit Elektrofachkraft und Netzbetreiberverfahren, siehe Anmeldung und Recht.
Solarbank oder Powerstation, das ist nicht dasselbe
Die Verwechslung ist verbreitet, weil beide Geräte aussehen wie ein Kasten mit Akku. Technisch sind es verschiedene Klassen.
Eine Solarbank sitzt im Strang der Anlage. Die Module gehen mit Gleichstrom hinein, der Speicher entscheidet, was gespeichert und was weitergereicht wird, und erst danach wird einmal in Wechselstrom gewandelt. Es bleibt also bei einer Wandlung, und genau daran hängt der Wirkungsgrad.
Eine Powerstation ist ein Inselgerät. Sie hat einen Wechselrichter für ihre eigenen Schuko-Buchsen, und dieser Ausgang ist für den Betrieb abseits des Netzes gebaut. Ins Hausnetz zurückspeisen darf nur ein Wechselrichter mit Netz- und Anlagenschutz nach der einschlägigen VDE-Anwendungsregel. Wer eine Powerstation trotzdem in ein Balkonkraftwerk einbindet, landet bei einem Umweg: Der Mikrowechselrichter macht Wechselstrom, das Netzteil der Station macht daraus wieder Gleichstrom, der Ausgang wieder Wechselstrom. Jede Wandlung kostet ein paar Prozent, in Summe deutlich mehr als der einmalige Umweg über eine Solarbank.
Der zweite, größere Nachteil ist die Regelung. Eine Powerstation weiß nicht, was der Haushalt gerade zieht. Sie gibt entweder eine fest eingestellte Leistung ab oder gar nichts. Beides ist falsch: zu viel bedeutet unvergütete Einspeisung, zu wenig bedeutet Netzbezug, obwohl der Akku voll ist. Genau diese Lücke schließt eine Solarbank mit Messpunkt.
Es gibt einen Fall, in dem die Powerstation trotzdem die richtige Wahl ist: Du hast sie schon, weil du campst oder eine Notstromquelle wolltest, und nimmst den Solarbetrieb als Zweitnutzen mit. Als Neukauf fürs Balkonkraftwerk ist sie in fast jeder Rechnung die schlechtere Lösung.
Der Messpunkt entscheidet über die Nulleinspeisung
Nulleinspeisung heißt: Der Speicher gibt in jedem Moment genau so viel ab, wie das Haus gerade braucht, und nie mehr. Dafür braucht das Gerät eine Verbrauchszahl, und zwar die des gesamten Hausanschlusses, nicht die eines einzelnen Geräts. Diese Zahl liefert ein Energiezähler, der hinter dem Netzzähler auf die Hauptleitung geklemmt wird. Praktisch heißt das: Hutschiene im Zählerschrank, Stromwandler um die Außenleiter, Einbau durch eine Elektrofachkraft.
Anker bietet dafür ein eigenes Smart Meter an und führt daneben Zähler anderer Hersteller als kompatibel, was den Messpunkt aus der Systembindung herauslöst. Welche Fremdzähler das im Kaufzeitpunkt sind und ob die Kopplung über eine Cloud läuft, ändert sich mit der Firmware. Diese Liste gehört vor der Bestellung geprüft, nicht danach, denn ein Speicher ohne passenden Zähler regelt nicht bedarfsgerecht, sondern gibt eine feste Leistung ab.
Ein Zwischenstecker mit Messfunktion ist kein Ersatz. Er misst das Gerät, das an ihm hängt, also Kühlschrank oder Fernseher. Das erlaubt eine grobe Nachführung auf ausgewählte Verbraucher, aber keine Nulleinspeisung. Wer den Elektriker sparen will, sollte das offen so verbuchen und nicht erwarten, damit dieselbe Ausbeute zu erreichen. Preise nennen wir hier bewusst nicht: Sie schwanken bei diesem Zubehör stark, und eine Zahl vom August 2026 wäre für dich im Zweifel eine falsche.
Systembindung: was sie bringt, was sie kostet
Speicher, Wechselrichter und App aus einer Hand haben handfeste Vorteile. Es gibt genau einen Ansprechpartner bei Störungen, die Ladelogik kennt die eigene Batteriechemie, Firmware-Updates kommen für das Gesamtsystem, und die Inbetriebnahme ist eine App-Sitzung statt einer Bastelei aus Fremdgeräten. Bei der Solarbank 2 und 3 fällt zusätzlich der separate Mikrowechselrichter weg, was Kabel, Montagepunkt und eine Fehlerquelle spart.
Der Preis dafür ist die Austauschbarkeit. Fällt der Wechselrichter aus, tauschst du kein einzelnes Bauteil für unter hundert Euro, sondern hast einen Servicefall am kompletten Speicher. Erweiterungsakkus gibt es nur vom Hersteller und nur für die passende Generation, der Preis ist damit gesetzt und liegt erfahrungsgemäß in der Größenordnung des Grundgeräts. Und die Steuerung läuft über eine Hersteller-App, deren Funktionsumfang sich mit Updates ändern kann.
Ein Teil dieser Bindung hat sich zuletzt gelockert, jedenfalls beim Messpunkt. Ob sich der Speicher darüber hinaus lokal, also ohne Herstellerserver, in eine Hausautomatisierung einbinden lässt, hängt am Modell und an der Firmware. Das ist ein Punkt, den man vor dem Kauf klärt, wenn er einem wichtig ist, und den man nicht aus einer Ankündigung ableitet.
Was der Speicher allein kostet und bringt
Die Grundsatzfrage, ob sich ein Speicher am Steckersolargerät überhaupt lohnt, ist unter Speicher fürs Balkonkraftwerk gerechnet und fällt dort meist negativ aus. Hier geht es um den Fall, in dem sie knapp aufgeht: viel Modulfläche, wenig Tagesverbrauch.
Gerechnet wird deshalb nur die Grenzfrage, und die ist die einzige, die beim Speicherkauf zählt: Was kostet der Akku zusätzlich, und was bringt er zusätzlich? Die Module und der Wechselrichter fallen ohnehin an, sie gehören nicht in diese Rechnung.
Annahmen, alle offengelegt und keine davon gemessen: 4 Module mit je 500 Watt-Peak, aufgeständert nach Süden mit 30 Grad Neigung, Ertragsansatz 900 Kilowattstunden je Kilowatt-Peak wie unter Ertrag berechnen, Strompreis 0,36 Euro. Für den Umlaufwirkungsgrad setzen wir 82 Prozent an und für den Standby 9,5 Watt. Beides sind Annahmen am oberen Ende dessen, was für Geräte dieser Klasse kursiert; der Hersteller weist für die Solarbank 3 Pro weder das eine noch das andere öffentlich aus. Wer schlechtere Werte einsetzt, verschlechtert das Ergebnis unten.
| Position | Wert |
|---|---|
| in den Speicher geladener Überschuss (Annahme) | 550 kWh |
| davon nach 82 Prozent Umlaufwirkungsgrad nutzbar | 450 kWh |
| Standby-Mehrverbrauch, 9,5 W über das Jahr | −80 kWh |
| zusätzlich selbst genutzt | 370 kWh |
| Ersparnis bei 0,36 Euro | 133 Euro pro Jahr |
| Mehrkosten Speicher, 1.299 Euro laut Anker-Shop, abzüglich rund 120 Euro für den entfallenden Mikrowechselrichter | 1.179 Euro |
| Messpunkt und Einbau durch eine Elektrofachkraft (Annahme) | 200 Euro |
| Amortisation des Speicheranteils | rund 10 Jahre |
Zehn Jahre sind kein gutes Ergebnis, und das ist der günstige Fall: viel Modulfläche nach Süden, wenig Tagesverbrauch, wohlwollend angesetzte Verluste. Dieselbe Solarbank an einem Set mit 900 Watt-Peak am Westbalkon fällt deutlich schlechter aus, weil dort kaum Überschuss anfällt, den Standby aber trotzdem das ganze Jahr läuft. In dieser Konstellation rechnet sich der Speicher nicht.
Die 800-Voltampere-Grenze und die Meldung im Marktstammdatenregister gelten unabhängig davon, ob ein Speicher dazwischenhängt.
Wo Zendure anders ansetzt
Zendure bedient mit der SolarFlow-Reihe dieselbe Produktklasse, verfolgt aber einen anderen Ansatz: Anker baut die Reihe entlang der Systemkompatibilität und der einfachen Erweiterung nach oben, Zendure setzt stärker auf hohe Ausgangs- und Notstromleistung im einzelnen Gerät. Welche Richtung besser passt, hängt daran, ob du später Kapazität stapeln oder Leistung abrufen willst; die Details stehen unter Zendure SolarFlow.
Alle Preise und Modellstände hier sind Herstellerangaben vom 22. August 2026. Anker wechselt die Generationen schnell, im Shop standen an diesem Tag drei Modelle, eines davon ausverkauft. Vor dem Kauf lohnt ein Blick in den Preisvergleich, und zwar auf die genaue Modellbezeichnung, weil Plus, Pro und AC derselben Zahl völlig verschiedene Geräte sind.
Häufige Fragen
Welche Anker Solix passt zu einem Balkonkraftwerk?
Für ein normales Steckersolargerät sind zwei Modelle relevant. Die Solarbank 2 E1600 mit 1,6 Kilowattstunden führt Anker im eigenen Shop nicht mehr; als Restposten reicht sie für zwei bis vier Module. Die Solarbank 3 E2700 Pro mit vier MPP-Trackern lohnt erst, wenn genug Modulfläche da ist, um den Akku überhaupt zu füllen. Die Solarbank 4 E5000 Pro mit 5 Kilowattstunden zielt auf Häuser mit Dachanlage und ist am Balkon überdimensioniert.
Brauche ich für die Nulleinspeisung einen Smart Meter?
Für echte Nulleinspeisung ja. Der Speicher muss wissen, was das ganze Haus gerade zieht, und diese Zahl liefert nur ein Messgerät an der Hauptleitung hinter dem Zähler. Anker bietet dafür ein eigenes Smart Meter an und führt daneben Zähler anderer Hersteller als kompatibel; welche das im Kaufzeitpunkt genau sind, gehört vor der Bestellung geprüft. Ein Zwischenstecker misst nur ein einzelnes Gerät und ersetzt den Messpunkt nicht.
Ist eine Powerstation als Balkonkraftwerk-Speicher eine Alternative?
Meistens nicht. Eine Powerstation ist für den Inselbetrieb gebaut, ihr Schuko-Ausgang darf nicht ins Hausnetz zurückspeisen. Wer sie trotzdem einbindet, wandelt zusätzlich um und verliert je Wandlung einige Prozent. Vor allem aber kennt sie den Hausverbrauch nicht und kann deshalb nicht bedarfsgerecht abgeben. Sinnvoll ist sie, wenn du sie ohnehin fürs Camping hast und den Zweitnutzen mitnimmst.
Kann ich später Komponenten anderer Hersteller nachrüsten?
Beim Speicher selbst kaum. Die Erweiterungsakkus sind an die jeweilige Solarbank-Generation gebunden, ein Akku der zweiten Generation passt nicht an eine Solarbank 3. Module und Halterungen sind dagegen frei wählbar, und beim Messpunkt listet Anker auch Fremdzähler als kompatibel. Ob dein Modell sich zusätzlich lokal, also ohne Herstellerserver, in eine Hausautomatisierung einbinden lässt, ändert sich mit der Firmware und ist vor dem Kauf zu prüfen.
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